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Ritterschützen-Ausflug nach Wien

21.10.2007 14:26

Kategorie: Ritterschützen

Bei ihrem Vereinsausflug nach Wien haben die Geiganter Ritterschützen ein kulturelles Menü der Extraklasse genießen können. Zusammengestellt und serviert hat dieses Kulinarium an historischen und kurzweiligen „Speisen- folgen“ Maitre Margareta Zangl.

Gleich zu Beginn der Fahrt reichte sie den Reisenden mit der Vorstellung des Reiseprogramms einen Aperitif, der die Fahrzeit bis zur ersten Rast mit Vorfreude verkürzte.

Dort wurden dann als „hors d’ouvrefroid“ Appetithäppchen an Gaumenfreuden gereicht. Von süßen Selbstgebackenem über Bertas Brot (nicht zu verwechseln mit „Bert das Brot“) bis zu deftigen Fleisch- und Wurstspezialitäten war alles dabei, was das Herz begehrte und die Ausflügler bis zum Hauptgericht „Wien als kulturhistorisches und architektonisches Freilichtmuseum“ bei Laune hielt. Ausgangspunkt der kulturellen Hauptspeise war der Prater. Aufgetischt wurde diese von der Wiener Fremdenführerin Lena, die den Geiganter Gästen als Concierges ihr Wien als Welthauptstadt der Musik und als Schaufenster der Monarchie präsentierte.

Von Wien aus regierten die Habsburger Kaiser einst ein riesiges Reich. Ihre Schlösser und die Palais ihre Hofstaats prägen heute das Stadtbild. Vor 130 Jahren ließ Kaiser Franz-Josef die Stadtmauern niederreißen und an ihrer Stelle die Ringstraße bauen. Diese diente bei der Stadtrundfahrt als eine Art großer Teller, der in Verbindung mit nicht zu großen Portionen sicherstellte, dass jeder Bestandteil für sich wirken konnte. Entlang der gesamten Ringstraße wurden zahlreiche sowohl öffentliche wie auch private Bauten errichtet. Adelige und wohlhabende Privatleute beeilten sich, repräsentative Palais, (sog. Ringstraßen-Palais) zu bauen. Eines der ersten Gebäude war der Heinrichshof des Ziegelfabrikanten Heinrich von Drasche- Wartinberg, der zuletzt kriegsbeschädigt, bis 1954 gegenüber der Wiener Oper stand.

Die meisten Gebäude entstanden vor 1870. Bemerkenswert sind vor allem die neue Hofoper (nunmehr Staatsoper), das Parlamentsgebäude, das Palais Epstein, das Rathaus und das Burgtheater sowie das neue Universitätsgebäude. Der einzige Sakralbau ist die Votivkirche im neogotischen Stil, die anlässlich der Errettung des Kaisers Franz-Josef vor einem Attentat im Jahr 1853 gestiftet wurde. An der Hofburg entstand als Teil eines nie fertiggestellten Kaiserforums ein monu-mentaler Anbau, die Neue Hofburg, in der heute das Museum für Völkerkunde und die Österreichische Nationalbibliothek untergebracht sind. Der Abschluß der Bautätigkeit am Ring wurde erst 1913 mit der Fertigstellung des Kriegsministeriums erreicht, als der Ringstraßenstil schon ein wenig unmodern geworden war, wie das etwa gleichzeitig von Otto Wagner im Jugendstil gebaute Postsparkassengebäude zeigt.

Zwischen den Gebäuden liegen Burggarten, Volksgarten, Rathauspark und Stadtpark. Als Sorbet zur Erfrischung und Verdauung dieses reichhaltigen Haupt – ganges kredenzte Concierges Lena den Geigantern einen Rundgang durch die barocke Schlossanlage Belvedere im Herzen Wiens, dereinst Sommerresidenz des berühmten Feldherrn und Kunstliebhabers Prinz Eugen sowie eine Stippvisite zum sSkurrilkreativen Hundertwasserhaus in der Kegelgasse. Das bunte und ungewöhn-liche Haus mit seiner unsymmetrischen Form und der üppigen Begrünung (250 Bäume und Sträucher) gab zwar viel Ansatz für Gesprächsstoff, war aber nicht Jedermanns Geschmack.

Voll den Geschmack der mittlerweile zum Kultur-Gourmet gereiften Reisegruppe traf das angebotene Dessert auf der kulturellen Speisekarte „ein Absacker beim Heurigen in Grinzing mit Schrammlmusik“. Wobei diese Nach-speise im Nachhinein allerdings einen etwas schalen Geschmack bei den meisten hinterließ, denn das Personal des überfüllten Heurigenlokals war dann doch etwas überfordert und der angekündigte Schrammlmusiker entpuppte sich als „Altein- unterhaltungsschramml mit Quetsche“, der keinen richtigen Draht zum Publikum fand.

Ein“Poculumvaledicorium“ in Österreich besser als „Flichtachterl“ bekannt, war dann der abschließende Bummel durch den Prater bei Nacht mit einer Fahrt auf dem Riesenrad, wenn auch dem kleinen, da das große anscheinend wegen Reichtum bereits geschlossen hatte. Ganz im Gegensatz zu Margareta Zangl und der Fremdenführerin Lena, die sich ihren Aufgaben als Maitre und Concierges mit vollem Einsatz stellten und für den zweiten Tag ein kaltes und warmes Buffet zusammenstellten, das einen konsequent hohen Servicestandard für alle Wien-reisende gewährleistet. Im Weltkulturerbe Schloß Schönbrunn mit seinen Gärten konnten sich die Ritterschützen ein Häppchen des prunkvollen Gesamtkunstwerkes barocker Kultur einverleiben und im Schloß allerlei Interessantes über die Kaiser-familie aufgabeln. Bei einem erholsamen Spaziergang durch den Garten konnte ebenfalls ein Stück österreichische Kultur aufgegabelt und genossen werden.

Die Heimfahrt war dann ein raffiniert gewürzter Eintopf aus frischen Eindrücken und lustigen „Huderln“ aus den Vereinsauflügen der letzten 32 Jahre. Den Nachtisch bildete wie zu Beginn der Reise eine große Auswahl an Selbstgebackenem und deftigen Fleisch- und Wurstspezialitten – und natürlich „Bertas Brot“.

Das alles in Allem wieder ein perfekter Vereinsausflug seinen Abschluß gefunden hatte, lag nicht zuletzt in der perfekten Vorbereitung durch das Busunternehmen Baumgartner und der optimalen Umsetzung durch den bereits zur Ritterschützen- Familie gehörende Busfahrer Klaus Daschner.


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