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Ein kleiner Ausflug in die Historie von Geigant

Die Einwohner von Geigant sprechen für das Wort Geigant "Gächat". Eine Erklärung dieses Namens begegnet großen Schwierigkeiten. Im Wörterbuch von Schmeller ist "Geichet" gleichbedeutend mit "Gesträuch". Im Laufe der Jahrhunderte treten folgende Schreibweisen auf: 1294 "Geigant, 1319 "Geygant", 1331 "Geygant - der Sitz der Geygantinger", 1409 "Geygant", 1563 "Geygat", im Verzeichnis aller steten Mannschaften tritt die Schreibweise "Geygat" auf, 1790 wieder "Geigant".

Geigant wird zwar urkundlich erst 1313 genannt, ist aber mit Sicherheit wesentlich älter. Geigant war im Jahre 1280 bereits Sitz des Edelgeschlechts der Geiganter. So kann man wohl annehmen, daß der Ort mit dem gleichnamigen Geschlecht im 12. Jahrhundert entstanden ist. Ihren Höhepunkt erlebten die Geiganter am Ende des 13. und im 14. Jahrhundert. Aus einer Zusammenstellung kann man entnehmen, daß die Geiganter wohlhabende Leute waren und der Kirche, besonders dem Kloster Schönthal, das im Jahre 1250 gegründet wurde, mit besonderer Hochschätzung zugetan waren. Gerne wurden sie bei Beurkundungen oder Käufen als Zeugen zugezogen. Schon vor 1283 wird ein heute nicht mehr existierender Ort "Hoener" am Hiener erwähnt. Nach den Schrecken der Hussitenzeit blühte Geigant wieder auf und war ein ritterliches Landsassengut mit beschränkter Gerichtsbarkeit und Privilegien finanzieller Art. Als Inhaber des Geiganter Rittersitzes wird um 1460 ein Friedrich Khagerer genannt. So heißt es in einer Urkunde des Jahres 1550: "Item sovil dere Edlan Leuth heuser betrifft, seind in Waldmönichenner Amt nit dann ein Sitz in Geigat, Geörgen Khagerer zugehörig aine khleine Meil vonn Waldmönichen der Straß auf Chamb werts gelegen".

Die Khagerer besaßen Geigant von 1460 bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts. Eine granitene Grabplatte eines "Ritters Kagerer Andreas auf Geigant" ist in der Umfassungsmauer der jetzigen Kirche eingemauert. Sie befand sich früher in der Nordmauer der alten Kirche. Das Relief zeigt den Verstorbenen in der vollen Rüstung eines Plattenharnisch mit dem Kommandostab in der Rechten, die Linke am Schwertknauf, den Helm zu seinen Füßen. Unten steht in einer Kartusche der Spruch: "Christus ist mein Leben, Sterben mein Gewinn". Die Inschrift oben besagt den Namen des Verstorbenen, der "seines Alters 70 Jar".

In den Wirren der Reformationszeit und des Dreißigjährigen Krieges saß hier der Landsasse Andreas Kolb von Raindorf auf Lixenried und Geigant. Er hatte Schwierigkeiten wegen seines evangelischen Glaubens, seine Witwe mußte 1660 das Land verlassen. Die erste Geiganter Kirche stand auf dem Bleschenberg bei Sinzendorf, man spricht auch von einer "Stoikirch" im Hienergebiet. 1634 zerstörten die Schweden die Kirche auf dem Bleschenberg und die Schloßkapelle in Geigant, wurde zur Filialkirche von Gleißenberg erklärt. 1818 wurde die Hofmark aufgehoben und die Untertanen dem Pfleger von Waldmünchen unterstellt. Den Grundbesitz des Gutes erwarben die Geiganter Bauern, während ein Großteil des Waldes dem Staat anheimfiel. Neben der Landwirtschaft und einigen Sägewerken der Umgebung gab kleines Gewerbe und Handwerk den Geigantern Brot und Auskommen. Bedeutsam war die Eröffnung der Bahnlinie Cham-Waldmünchen durch Geigant im Jahre 1895.


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